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Female Leadership

Wenn wir uns selbst im Weg stehen – Imposter-Syndrom, Confidence Gap & Wege nach vorn

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28. September 2025
5 Min. Lesezeit

DAS KANN DOCH JEDE/JEDER! DAS IST DOCH NICHTS BESONDERES! WAR EH OK.... Viele, die ambitioniert sind und viel leisten, kennen das Gefühl: "Das ist doch nichts besonderes", "Ich hab das entweder ...

DAS KANN DOCH JEDE/JEDER! DAS IST DOCH NICHTS BESONDERES! WAR EH OK....

Viele, die ambitioniert sind und viel leisten, kennen das Gefühl: "Das ist doch nichts besonderes", "Ich hab das entweder verdient", oder "ch wurde nur zufällig ausgewählt"

Solche Gedanken können lähmen – gerade wenn sie sich wiederholen. Sie sind damit allerdings nicht alleine - es betrifft so viele Menschen, dass es sogar einen Namen dafür gibt: das Imposter-Syndrom!


Was ist das Imposter-Syndrom – und warum betrifft es viele?

Das Imposter-Syndrom (auch Imposter-Phänomen genannt) bezeichnet den psychischen Zustand, in dem Menschen ihre Leistungen und Erfolge nicht mit ihrer eigenen Kompetenz verbinden, sondern sie extern attribuieren – als Glück, Zufall oder Gnade. Auch bei deutlichen Belegen für Leistung bleibt das Gefühl: Ich bin nicht gut genug, und irgendwann wird man mich entlarven. Der Begriff wurde erstmals 1978 von Pauline Clance und Suzanne Imes formuliert, insbesondere im Kontext erfolgreicher Frauen.

Heute wissen wir: Betroffen sind Menschen aller Altergruppen, Geschlechter und in sehr unterschiedlichen Lebensphasen.

Das Imposter-Syndrom kann als Kreislauf wirken: In Situationen, in denen Leistung erbracht werden soll, steigen Zweifel und Angst, nicht zu genügen. Diese innere Spannung erzeugt einen übersteigerten Drang zur Perfektion – man arbeitet härter, länger, vermeidet Fehler um jeden Preis. Gleichzeitig nimmt die innere Stimme kaum Anerkennung wahr. Das Ergebnis: Erschöpfung, Stress, Selbstzweifel. 

Was meine Coachees sagen, wenn sie darunter leiden: 

„Ich erhalte positives Feedback — und glaube sofort, dass es falsch war oder dass ich etwas übersehen habe.“
„Wenn ich eine gute Bewertung bekomme, denke ich: Ja, aber beim nächsten Projekt fällt man auf, dass ich’s nicht verdient habe.“
„Ich war faktisch schon in mehreren Positionen überqualifiziert – und trotzdem habe ich mich ständig gefragt: Haben die nur aus Mitleid eingestellt?“

Solche Gedanken und Strategien (z. B. Übervorbereitung, ständige Selbstkontrolle, das Verhindern von Sichtbarkeit) sind typische Begleiter. Sie verdecken das Potenzial und machen sichtbares Wachstum oft schwer.


Schlimmer geht immer - Frauen haben eine zusätzliche Challenge - den Confidence Gap. 

Und was ist der Confidence Gap?

Der Confidence Gap bezeichnet eine systematische Differenz in der Selbstwahrnehmung zwischen Frauen und Männern – insbesondere, dass Frauen ihre Kompetenz oft vorsichtiger einschätzen. Während beim Imposter-Syndrom primär der innere Zweifel und das ungerechtfertigte Gefühl im Zentrum steht, zeigt der Confidence Gap einen strukturellen Effekt: Männer überschätzen häufiger ihre Fähigkeiten, Frauen überschätzen weniger. In der Praxis heißt das oft: Männer bewerben sich auch mit 60 % der geforderten Qualifikationen, Frauen warten oft, bis sie sich vollumfänglich sicher fühlen.

Der Unterschied:

  • Imposter-Syndrom ist gefühlsbasiert, individuell – Ich zweifle daran, dass ich es verdient habe.

  • Confidence Gap ist relational und sozial geprägt – Ich schätze meine Fähigkeit geringer ein als sie objektiv ist und im Vergleich zu anderen.

Beide Muster führen zu Ähnlichem: Zurückhaltung, innere Blockaden, selbstlimitierende Gedanken. Aber sie unterscheiden sich in Ursprung und Dynamik.


Wie zeigt sich das im Berufsalltag?

In Gesprächen mit Klientinnen und Klienten erlebe ich immer wieder ähnliche Muster. Hier einige typische Situationen:

  • Eine Architektin wird zu einem Projekt eingeladen, stirbt innerlich vor Zweifel – obwohl sie exzellente Referenzen hat – und fragt sich: „Was denken die anderen? Bin ich wirklich so gut?“

  • Beim positiven Feedback denkt jemand: „Ja gut, aber das war nur oberflächlich. Was ist, wenn sie merken, dass ich nicht permanent so gut liefern kann?“

  • Manche wirken sehr zurückhaltend, sie melden sich selten in Meetings, obwohl sie fachlich viel beizutragen hätten. Wenn sie doch sprechen, entschuldigen sie oft ihre Worte: „Vielleicht irre ich mich … ich weiß nicht genau …“

und so weiter, und so weiter...

Diese Innenlogik blockiert Wirkung – und lässt Talente unsichtbar bleiben.


Was kann man tun (und was kann gegen das Imposter Syndrom helfen)?

Wenn wir erkennen, dass wir uns selbst im Weg stehen, öffnen sich Wege zur Veränderung. Hier sind wirksame Strategien – und eine Rolle, die Coaching idealerweise übernimmt:

  1. Bewusstmachung & Benennen
    Wer seinem Muster einen Namen gibt – Imposter, Selbstzweifel, Confidence Gap – gewinnt erste Distanz. Das allein reduziert die Scham und bringt Klarheit.

  2. Erfolge internalisieren
    Statt Erfolge sofort abzuwerten („Da war Zufall drin“), bewusst notieren: „Ich habe dies und das geleistet“. Wiederholt überdenken, wie eigene Fähigkeiten darin eine Rolle gespielt haben.

  3. Gedanken reframen
    Negative Glaubenssätze wie „Ich tauge nicht“ aktiv hinterfragen: Welche Belege sprechen dagegen? Welche Alternativerklärungen gibt es?

  4. Kleine Schritte – sichtbare Erfolge feiern
    Nicht nur große Meilensteine zählen – jeder kleine Schritt (z. B. Wortmeldung, Mini-Projekt, Präsentation) ist ein Erfolg, der gezielt anerkannt werden sollte.

  5. Mentoring & Peer-Support
    Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Gefühle erlebt haben, reduziert das Gefühl der Isolation. Gegenseitige Verstärkung ist entscheidend (z. B. das Weitergeben von Lob – „Was hat sie gesagt, das ich bestätigen kann?“).

  6. Coaching als Unterstützung
    Ein professioneller Coach kann helfen, die Muster zu durchbrechen:

  • In gemeinsamen Gesprächen lassen sich Glaubenssätze explorieren und neue Perspektiven entwickeln.

  • Strategien gezielt ausprobieren – z. B. wie man auf positive Rückmeldung reagiert, ohne sie zu relativieren.

  • Rollenspiele ermöglichen das Durchleben neuer Rollen mit Feedback.

  • Der Coach kann eine Begleitfunktion sein – für nachhaltige Reflexion und Transfer.

Coaching ist also nicht nur „reden“, sondern aktiv Veränderung gestalten: Selbsterkenntnis, neue innere Landkarten und erprobte Verfahren.


Wenn wir uns selbst im Weg stehen, blockieren wir nicht nur uns persönlich – wir verlieren Wirkung, Inspiration und Gestaltungskraft. Das Imposter-Syndrom und der Confidence Gap zeigen uns, dass Selbstzweifel kein individuelles Versagen sind, sondern mit inneren Mustern und äußeren Rahmenbedingungen verbunden sind.

Doch es gibt Hoffnung: Mit Bewusstheit, kleinen Schritten, gezielter Strategie und professioneller Begleitung (Coaching) lassen sich diese Muster auflösen – und wir können beginnen, uns nicht länger selbst im Weg zu stehen, sondern bewusst zu leisten und sichtbar zu sein.

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