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Leadership

"How to Work With Me": Kick-Start im Onboarding-Prozess

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1. Oktober 2024
11 Min. Lesezeit

Missverständnisse, Reibungsverluste und schlechte Kommunikation kosten Teams Zeit, Energie und Vertrauen. Aber was wäre, wenn jede Person im Team einfach erklären könnte, wie sie am besten arbeitet – und was sie für eine effektive Zusammenarbeit braucht? Genau das ermöglicht die Methode „How to Work With Me". In diesem Artikel erfahren Sie, wie dieses praktische Leadership-Tool funktioniert, welche Fragen es enthalten sollte und wie Sie es Schritt für Schritt in Ihrem Team einführen können.

 

„How to Work With Me": Kick-Start im Onboarding-Prozess und in der Zusammenarbeit

Missverständnisse, Reibungsverluste und schlechte Kommunikation kosten Teams Zeit, Energie und Vertrauen. Aber was wäre, wenn jede Person im Team einfach erklären könnte, wie sie am besten arbeitet – und was sie für eine gute Zusammenarbeit braucht? Genau das ermöglicht die Methode „How to Work With Me". In diesem Artikel erfahren Sie, wie dieses praktische Leadership-Tool funktioniert, welche Fragen es enthalten sollte und wie Sie es Schritt für Schritt in Ihrem Team einführen können.


„How to Work With Me": Ein Benutzerhandbuch für neue Mitarbeitende (und bestehende auch!)

Modernes Leadership bedeutet: Arbeiten auf Augenhöhe, Coaching, Entwicklung und kontinuierliches Lernen. Mindset statt Hierarchie. Selbstorganisation statt Delegation. In der Theorie klingt das einleuchtend – in der Praxis ist es oft herausfordernd. Das richtige Mindset entwickelt sich mit der Zeit. Dabei helfen kleine Tools und Methoden, dieses „Führen auf Augenhöhe" in echtes, alltagstaugliches Handeln zu übersetzen. Aus unserer Workshop-Reihe Leadership in Action stellen wir daher die Methode „How to Work With Me" vor.


Wer hat „How to Work With Me" erfunden?

Wie so oft lässt sich der Ursprung nicht eindeutig zuordnen. Ein bekanntes Beispiel ist Claire Hughes Johnson, die beim Einstieg bei Stripe ein Dokument mit dem Titel „How to Work With Me" erstellte und es mit allen teilte, die eng mit ihr zusammenarbeiteten. Mehr als 2.000 Wörter – über ihren Arbeitsstil, ihre Erwartungen, ihre Eigenheiten. Das war der Anfang.

Heute werden diese Dokumente nicht mehr nur als Einwegkommunikation genutzt, sondern als Grundlage für echten Dialog. Im Folgenden finden Sie praktische Tipps und eine Anleitung zur Umsetzung – verbunden mit der Einladung, unsere Ideen anzupassen, zu individualisieren und weiterzuentwickeln.


Zusammenarbeit neu denken

Zusammenarbeit ist so vielfältig wie die Menschen, die zusammenarbeiten. Ein menschenzentrierter Ansatz zielt darauf ab, Unterschiede sichtbar zu machen, sie zu verstehen – und darauf aufbauend eine Zusammenarbeit zu gestalten, die wirklich funktioniert.

„How to Work With Me" hilft dabei. Es ermöglicht Menschen, die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen, sie klar zu kommunizieren und eine gemeinsame Grundlage für die Zusammenarbeit zu schaffen.


Wie funktioniert ein „How to Work With Me"?

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat einen eigenen Kommunikationsstil, eigene Arbeitspräferenzen, eigene Stärken – und eigene Grenzen. „How to Work With Me" macht das sichtbar. Jede Person erstellt ein persönliches Dokument, das als Leitfaden dient: für Führungskräfte, für Kolleginnen und Kollegen, für alle relevanten Schnittstellen.


Keine Einbahnstraße

„How to Work With Me" funktioniert am besten als Dialog – nicht als Einwegkommunikation. Auch Führungskräfte profitieren davon, ihr eigenes Dokument zu erstellen und damit den ersten Schritt zu machen. Zum Beispiel so:

„Ich habe immer ein offenes Ohr für neue Ideen. Ich höre sie am liebsten in einem kurzen persönlichen Gespräch, damit ich sofort Rückfragen stellen kann. Bitte buchen Sie einen 30-Minuten-Slot in meinem Kalender. Um die Zeit gut zu nutzen, brauche ich Ihre Idee, eine erste Einschätzung der Machbarkeit und der benötigten Ressourcen sowie einen konkreten nächsten Schritt."

„Für Ihre Anliegen bin ich immer erreichbar, auch für persönliche. Mir ist es wichtig, zwischen DRINGEND und WICHTIG zu unterscheiden. Dringende Angelegenheiten erfordern sofortiges Handeln. Rufen Sie mich in solchen Fällen sofort an. Für Themen, die wichtig, aber nicht dringend sind, bitte ich Sie, bis zu unserem wöchentlichen Check-in zu warten."

Das Dokument wird beim Onboarding oder in Team-Sessions geteilt. Perspektiven kommen auf den Tisch, gemeinsame Ziele rücken in den Fokus, Missverständnisse werden seltener. „How to Work With Me" ist keine Einbahnstraße – sondern ein gemeinsamer Weg.


Welche Fragen gehören hinein?

Das hängt von Ihrer Organisationskultur ab. Was für ein Team unverzichtbar ist, kann für ein anderes unwichtig sein. Entscheidend ist ein Fragenkatalog, der Orientierung bietet – aber Raum lässt. Wir empfehlen, die Fragen als Einladung zu verstehen, nicht als Pflichtprogramm.

Kommunikation Welche Kanäle bevorzugen Sie für welche Themen? Zum Beispiel: „Für schnelle Fragen nutze ich gerne Chat. Für komplexere Themen bevorzuge ich E-Mail oder Telefon." Mögen Sie Small Talk zu Beginn eines Gesprächs – oder lieber direkt zum Thema? Wie häufig brauchen Sie Updates? Lernen Sie besser visuell oder durch Gespräche?

Feedback Möchten Sie direktes, offenes Feedback – oder lieber in Form von Fragen und Hinweisen? Wie oft ist Ihnen Feedback wichtig? Und in welchem Format: schriftlich, mündlich, im Einzelgespräch oder im Team?

Wertschätzung Wie möchten Sie Anerkennung erhalten – persönlich, schriftlich, vor dem Team, im Einzelgespräch, oder in Form von Flexibilität und Zeit?

Arbeitsstil Arbeiten Sie lieber selbstständig oder im Team? Sind Sie Morgenmensch oder Nachteule? Brauchen Sie klare Strukturen oder arbeiten Sie lieber flexibel?

Lernen Wie lernen Sie am besten – in Trainings, durch praktisches Tun, durch Lesen, durch Gespräche? Gibt es Formate, die Sie besonders ansprechen?

Konflikt und Stress Wie äußert sich Stress bei Ihnen? Und wie können andere Sie dann am besten unterstützen – ansprechen, Raum lassen, Hilfe anbieten? Hilft manchmal ein kurzer Spaziergang oder ein Kaffee?

Zusätzliche Fragen für Führungskräfte Bei welchen Themen möchte ich eingebunden werden? Wie oft brauche ich Updates? Ab wann muss etwas eskaliert werden? Welche Entscheidungen trifft das Team selbst – und welche treffe ich?


So führen Sie „How to Work With Me" ein

Schritt 1: Einführung und Vertrauen schaffen

Erklären Sie den Zweck der Methode – und machen Sie von Anfang an klar: Niemand muss alles teilen. Diese Reflexion kann sehr persönlich werden. Was dabei entsteht, gehört erst einmal der Person selbst.

Tipp: Erklären Sie Hintergrund und Ablauf am besten persönlich. Das schafft Vertrauen. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, was im Gespräch mit der Führungskraft oder im Team geteilt wird.

Schritt 2: Selbstreflexion

Mitarbeitende erstellen ihr Dokument eigenständig. Manche schreiben, andere zeichnen, wieder andere nehmen eine Sprachmemo auf. Wie jemand sein „How to Work With Me" erstellt, sagt oft schon viel darüber aus, wie er oder sie am liebsten arbeitet.

Schritt 3: Gemeinsames Gespräch

Mitarbeitende und Führungskräfte besprechen die Dokumente gemeinsam. Nicht jede Präferenz kann erfüllt werden – und das ist in Ordnung. Was zählt, ist das Gespräch. Das Verständnis. Die Klarheit.

Schritt 4: Aktualisieren und dranbleiben

Das Dokument lebt. Wenn sich etwas ändert, wird es aktualisiert – und proaktiv kommuniziert. Große Änderungen sollten die Ausnahme sein, kleine Anpassungen sind normal.


Es gibt keinen Zwang zu teilen

„How to Work With Me" beginnt mit Selbstreflexion – und erst im zweiten Schritt mit Dialog. Was dabei entsteht, gehört zunächst der Person selbst. Manches davon teilt man, manches behält man für sich. Beides ist völlig in Ordnung.

Wer Nein sagen kann, ohne sich erklären zu müssen – wer eine Grenze zieht und weiß, dass sie respektiert wird – der fühlt sich sicher. Und genau das ist die Voraussetzung für alles andere: für ehrliche Gespräche, für echte Zusammenarbeit, für ein Team, in dem Menschen gerne arbeiten.

Psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz bedeutet nicht, dass alle immer alles teilen. Sie bedeutet, dass niemand teilen muss, was er nicht teilen möchte – und dass das selbstverständlich ist. Dort, wo das gilt, entstehen die besten Gespräche. Meistens ganz von selbst.


Vorteile auf einen Blick

Die Methode bringt viel mit: mehr Selbstwahrnehmung durch gezielte Reflexion, klarere Kommunikation durch eine gemeinsame Grundlage, stärkere Arbeitsbeziehungen durch gegenseitiges Verständnis, mehr Motivation bei Mitarbeitenden, die sich gesehen fühlen – und mehr Produktivität durch Führung, die wirklich auf Menschen ausgerichtet ist.


Wo und wie lässt sich „How to Work With Me" einsetzen?

Die Methode ist flexibel – und funktioniert in ganz unterschiedlichen Kontexten.

Im Onboarding ist sie besonders wertvoll: Neue Mitarbeitende können von Anfang an klar kommunizieren, wie sie arbeiten und was sie brauchen. Das spart Zeit, vermeidet Missverständnisse und schafft vom ersten Tag an eine gute Grundlage.

Aber auch in bestehenden Teams entfaltet die Methode ihre Wirkung. Manchmal kennt man sich schon jahrelang – und trotzdem entstehen Reibungen aus Kleinigkeiten, die eigentlich vermeidbar wären. Weil Erwartungen nie ausgesprochen wurden. Weil jemand nicht wusste, wie eine Kollegin oder ein Kollege Feedback am liebsten bekommt. Weil Grenzen nie klar benannt wurden.


„How to Work With Me" als Ganztages-Workshop

Wir bieten die Methode auch als strukturierten Ganztages-Workshop an – für Teams, die ihre Zusammenarbeit bewusst weiterentwickeln wollen.

Im Workshop erarbeitet jede Person ihr eigenes „How to Work With Me". Dann kommen die Dokumente zusammen – und damit auch die Themen, die im Alltag oft unter der Oberfläche bleiben. Der Workshop schafft Raum, um Kommunikation klarer zu machen, Transparenz herzustellen und Konflikte anzusprechen, die aus Kleinigkeiten entstanden sind – und sie gemeinsam aufzulösen. Am Ende steht ein Teamvertrag: eine gemeinsam erarbeitete Einigung darüber, wie das Team zusammenarbeiten möchte. Verbindlich, aber menschlich. Klar, aber nicht starr.

Das Ergebnis ist kein Dokument, das in der Schublade verschwindet. Es ist ein gemeinsamer Ausgangspunkt – für mehr Verständnis, weniger Reibung und eine Zusammenarbeit, die sich für alle besser anfühlt.


Fazit

„How to Work With Me" bietet einen einfachen und effektiven Weg, um Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden zu verbessern. Durch den Einsatz dieser Methode können Sie ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle wertgeschätzt, unterstützt und motiviert fühlen – und das führt zu mehr Produktivität, Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit.

 

Interesse? Wir freuen uns auf Sie.

Wenn Sie „How to Work With Me" in Ihrem Team einführen möchten – ob im Onboarding, als Team-Session oder als Ganztages-Workshop – sprechen Sie uns gerne an. Wir begleiten Sie dabei, den richtigen Rahmen zu schaffen und das Beste aus Ihrer Zusammenarbeit herauszuholen.

📩 contact@austrianleadershipacademy.com


Die wichtigsten Fragen und Antworten zu „How to Work With Me"

Was ist „How to Work With Me" und wofür wird es verwendet? „How to Work With Me" ist ein Leadership- und Onboarding-Tool, mit dem Mitarbeitende und Führungskräfte ihren individuellen Arbeitsstil, ihre Kommunikationspräferenzen und Bedürfnisse transparent machen. Ziel ist es, Missverständnisse zu reduzieren und die Zusammenarbeit gezielt zu verbessern.

Wer hat „How to Work With Me" erfunden? Der Ursprung lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Bekanntgemacht wurde das Konzept unter anderem durch Claire Hughes Johnson, die bei Stripe ein detailliertes „How to Work With Me"-Dokument erstellte und es mit allen engen Kolleg*innen teilte.

Für wen ist „How to Work With Me" geeignet? Für alle – Mitarbeitende, Führungskräfte, Teams und Schnittstellen. Das Tool funktioniert besonders gut beim Onboarding neuer Mitarbeitender, aber auch in bestehenden Teams, die ihre Zusammenarbeit bewusst verbessern wollen.

Muss jede Frage beantwortet werden? Nein. Die Teilnahme ist freiwillig und jede Person entscheidet selbst, welche Antworten sie teilt. Das Dokument soll Reflexion und Dialog fördern – nicht Pflichterfüllung.

Was passiert, wenn Präferenzen nicht erfüllt werden können? Das ist normal und kein Problem. „How to Work With Me" ist kein Befehl, sondern eine Gesprächsgrundlage. Was zählt, ist das Gespräch darüber – das Verständnis, die Klarheit und die realistische Abstimmung von Erwartungen.

Wie oft sollte das Dokument aktualisiert werden? Regelmäßig – aber ohne Druck. Wenn sich Präferenzen ändern, sollte das proaktiv kommuniziert werden. Große Änderungen sollten die Ausnahme bleiben.

Kann „How to Work With Me" auch remote eingesetzt werden? Ja – und gerade im Remote-Kontext ist es besonders wertvoll. Ohne physische Präsenz fehlen viele informelle Signale. Das Dokument schafft Transparenz, die sonst im Alltag entsteht.

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